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Coaching Journal: Vergangenheit reflektieren, Gegenwart genießen und Zukunft gestalten

EinE Einladung zum Selbstcoaching mit dem (Bullet) Journal

Beim Visualisierungs-Netzwerktreffen "VizThink Stuttgart" am 29.09.21 haben Simone Däfler und ich praktische Methoden geteilt, wie Du mithilfe Deines Notizbuches die Vergangenheit reflektierst, die Gegenwart genießt und die Zukunft gestaltest. Hier im Blog-Artikel berichte ich Dir von dem Impuls. Und führe Dich noch einmal durch die verschiedenen Übungen, sodass Du sie auch für Dein Selbstcoaching nutzen kannst - selbst wenn Du nicht beim Netzwerktreffen dabei warst. Also Schnapp Dir Dein Bullet Journal oder Notizbuch und einen Stift und fang gleich an!

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Bullet Journal

 Zuallererst habe ich ein Zitat vom Erfinder der Bullet Journal - Methode, Ryder Carroll, mitgebracht. Er formuliert im folgenden Zitat ganz treffend, wie Du mithilfe Deines Notizbuchs den Kopf frei bekommst und Klarheit ins Gedanken-Wirrwarr bekommst: "Track you past, order your present, plan your future." Das ist also die Idee im Bullet Journal. Das Coaching Journal setzt noch eine Schippe oben drauf. Im Coaching Journal betonst Du nämlich neben diesen strukturierenden Zielen des Bullet Journals zusätzlich die Selbstcoaching - Elemente noch bewusster. Die drei Perspektiven Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft geben einen sehr hilfreichen Rahmen. Perspektive 1: Wenn Du mithilfe Deines Coaching Journals auf Erlebtes zurückblickst, kannst Du die Vergangenheit nicht nur besser verstehen, sondern auch Dich selbst reflektieren und Deinem Selbst näher kommen. Du erkennst also immer mehr, was Dich wirklich ausmacht und was Dir wichtig ist. In der Perspektive 2, der Gegenwart, kannst Du zusätzlich zum Ordnen, auch Deine Aufmerksamkeit fokussieren und damit Deine Energie bündeln. Und weil Du konzentrierter im Moment bist, nimmst Du die Gegenwart achtsamer wahr und kannst sie mehr genießen. Schließlich ermöglicht Dir ein Coaching Journal in Perspektive 3 Deine Zukunft nicht nur zu planen, sondern Sie aktiv zu gestalten und Visionen dafür zu entwickeln, wie Du wirklich leben willst. Der Rahmen "Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft" zieht sich nun durch den gesamten Impuls.

Warm-Up: 4 Questions

Auch bei diesem VizThink-Netzwerktreffen haben wir mit einem Warm-Up begonnen. Die Methode "4 Questions" eignet sich aber auch genauso gut als kleine, super schnelle Reflexion am Ende eines Tages in Deinem Journal. Lege Dir vier Felder an und schreibe zu jeder der vier Fragen ein Stichwort auf und zeichne ein einfaches Symbol dazu. Die vier Fragen lauten:

1. Welches Symbol charakterisiert mich als Person?

2. Vergangenheit: Wenn ich auf den heutigen Tag zurück blicke, wofür bin ich dankbar?

3. Gegenwart: Wie geht es mir gerade jetzt im Moment? und

4. Zukunft: Wie möchte ich am Ende des VizThink-Treffens hier raus gehen? Hier kannst Du alternativ z.B. die Frage nehmen: Wie möchte ich in den morgigen Tag starten/ gehen?

Und schon hast Du eine schnelle Mini-Reflexions-Einheit in Dein Bullet Journal eingeschoben und hast Dich wieder mehr mit Dir selbst verbunden.

Metapher: Einen Kolibri zeichnen

Als nächstes habe ich im Impuls einen Kolibri mitgebracht. In meinem Journal habe ich nämlich für jeden Monat ein Thema. Im September war das Thema der Kolibri. Für den Blick in die Vergangenheit schlage ich deshalb eine Monats-Reflexion anhand der Kolibri-Metapher vor. Der Kolibri ist die kleinste Vogel-Art überhaupt und ist so besonders in vielen Dingen. Er kann in jede Richtung fliegen. Er ist ein Meister der Beweglichkeit. Er vermag zu schweben und verkörpert eine große Leichtigkeit. Seine schnell flatternden Flügelspitzen beschreiben eine liegende Acht, das Symbol für Unendlichkeit. Jede Schnabelart ist auf einen anderen Blütentypus abgestimmt, was seine Einzigartigkeit hervorhebt. Und mit seinem schillernden Gefieder glänzt er ganz wunderbar. Deshalb habe ich eine glänzende Monats-Reflexion mitgebracht, damit der Kolibri Dich daran erinnert, dass Du im vergangenen Monat in vielen Momenten gezeigt hast, wie besonders Du bist. Wenn Du magst, zeichne Dir mithilfe der Zeichen-Anleitung einen Kolibri in die Mitte Deiner Reflexions-Seite und mache Dir bewusst, dass auch Du viele glänzende Momente im vergangenen Monat hattest. Dass Du stolz sein kannst auf das, was Du erreicht hast. Und dass Deine Einzigartigkeit immer mal wieder aufblitzte. Dann nimm Deinen Stift und beginne mit der Monats-Reflexion.

Vergangenheit: Glänzender Monats-Rückblick

Richte nun Deinen Blick auf den vergangenen Monat. Schaue Dir gern noch einmal Deine Einträge im Journal an. Und nutze auch Deine Fotogalerie im Handy, um Deine Erinnerungen anzukurbeln. Dann lege Dir mehrere Textboxen auf Deiner Reflexions-Seite an. Verwende für jede Frage gerne ein kleines Symbol. Dann ist der Gedanke zur Frage leichter wieder aus dem Gedächtnis abrufbar. Schreibe dann kurze Stichworte zu den Themen Deines glänzenden Monats-Rückblicks:

1. Dabei bin ich aufgeblüht:

2. Besonders gut war ich:

3. Mir selbst gebe ich ein Kompliment für:

4. Damit konnte ich glänzen:

5. Meine Seele fing an zu strahlen als:

6. Diese neue Facette an mir blitzte auf:

7. Meine Einzigartigkeit wurde sichtbar bei:

Fange einfach bei der Textbox an, zu der Dir gerade etwas einfällt. Und sei milde mit Dir selbst, es reichen auch die kleinen Dinge, mit denen Du glänzen konntest. Schalte den inneren Kritiker einfach mal auf stumm. Es müssen auch nicht zehn verschiedene Dinge sein, schreibe eine Sache auf, die aus Deiner Sicht gut zum Thema passt. Und wenn mal ein Feld frei bleibt, so what?! Leg das Notizbuch erst einmal zur Seite und ergänze später oder an einem anderen Tag, wenn Dir etwas einfällt. Manchmal ist es auch hilfreich mit Freunden oder Familienmitgliedern darüber zu sprechen, denen fällt oft mehr ein als uns selbst. Oder Du stellst Dir die Frage: Was würde meine beste Freundin/ mein liebster Kollege zu dieser Frage über mich sagen? Meine Erfahrung ist, wenn Du regelmäßig solche Reflexionsseiten in Dein Journal einbaust, dann fällt Dir im Alltag öfter mal auf, was Du abends in Dein Notizbuch schreiben könntest.

geGenwart: Lebensrad

Für den Blick auf die Gegenwart hatte Simone das Lebensrad mit in den Impuls gebracht. Das Lebensrad ist eine Methode, um Dir Deine verschiedenen Lebensbereiche, wie Familie, Beruf, Partnerschaft, Gesundheit usw. einmal bewusst anzusehen. Um nachzuspüren, wie zufrieden Du jetzt im Moment in jedem einzelnen Lebensbereich bist. Die Visualisierung Deiner Lebensbereiche als Rad verschafft Dir Klarheit und schärft Deine Wahrnehmung. Im Bild siehst Du ein Beispiel für ein Lebensrad. Nachdem Du ein Lebensrad aufgezeichnet hast (hier haben wir eine Skala von 1 bis 10 verwendet), entscheide erst einmal, welche Lebensbereiche Du Dir genau anschauen möchtest. Überlege dann, wie zufrieden Du im ersten Lebensbereich auf der Skala von 1 bis 10 bist und male die Skala bis zum entsprechenden Balken aus. Wenn Du alle Lebensbereiche eingeschätzt hast, erhältst Du durch die Visualisierung Deinen momentanen Zufriedenheits-Stand auf einen Blick. Probiere es gerne einmal aus. Es fühlt sich allein schon gut an, diese bewusste Bestandsaufnahme zu haben. Natürlich kannst Du mit dem Lebensrad auch noch weiter arbeiten. Es bietet sich zum Beispiel an den Wunsch-Zustand einzuschätzen und im Anschluss einen Bereich zu identifizieren, in dem Du konkrete Gewohnheiten verändern möchtest.

Zukunft: Segelboot "Meine Vision"

Ganz zum Schluss wagten wir den Blick in die Zukunft, indem wir mit Simones Layout-Vorlage unsere Vision mithilfe einer Segelboot-Reise entwickelten. Es macht Sinn in regelmäßigen Abständen (z.B. 1-2 mal im Jahr) innezuhalten und zu reflektieren, wohin Deine Reise gehen soll. Und dann auch abzugleichen, ob Du noch auf Dein Ziel zusteuerst, oder ob die Route möglicherweise geändert werden muss. Manchmal ändern sich auch die Ziele, die Du ansteuern möchtest. Male Dir dafür die abgebildete Vorlage in Dein Journal. Zum Start der Segelboot-Reise schreibst Du, wohin die Reise gehen soll. Dann definierst Du wichtige Ziele in 1, 5 und 10 Jahren als Deine Inseln, die Du ansteuern möchtest. Es lohnt auch darauf zu schauen, welche Hindernisse Dir unterwegs begegnen. Die trägst Du bei der Haifischflosse ein. Und beim Kompass sammelst Du ein paar Dinge oder Personen, die Dich unterwegs unterstützen können. Viel Spaß beim entwickeln Deiner Reise!

Impressionen aus dem Netzwerktreffen

Zum Abschluss findest Du hier noch ein paar Bild-Impressionen von anderen Teilnehmenden am VizThink Netzwerktreffen. Wenn Du auch einmal bei einem der Visualisierungstreffen vorbei kommen magst, schau doch unter www.vizthink.de nach dem nächsten Termin.

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